Pädagogische Vorbilder


Wir lassen uns inspirieren von den Erfahrungen und Konzepten anderer innovativer und Freier Schulen weltweit, der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts sowie den aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neurobiologie, Psychologie und Pädagogik. Beeindruckt haben uns das Denken und Wirken von Maria Montessori, Mauricio und Rebeca Wild, Rolf Robischon, Claus-Dieter Kaul, Célestin Freinet, David Gribble, Hartmut von Hentig, J.C. Pearce, Elfriede Hengstenberg, Jesper Juul, Donald Waters, Edmund Kösel, Falko Peschel, David Carrol, Ken Wilber, Steven Foster & Meredith Little, Jean Piaget ...

Lerninhalte

Die Freie Schule Dreisamtal orientiert sich am Bildungsplan für Grundschulen in Baden Württemberg. Wir sind überzeugt, dass unsere Schulpädagogik die Ansprüche des Bildungsplans erfüllt. Lediglich der Weg, die formulierten Lernziele zu erreichen, und deren Gewichtung sind anders.

Wir benoten die Leistungen der Kinder nicht. Noten fördern Konkurrenzdenken und werden dem komplexen, individuellen Lernprozess in keinster Weise gerecht. Stattdessen sprechen wir mit den Kindern und dokumentieren ihr Sein und Handeln mit einem jährlich für die Kinder formulierten Jahresbericht. Wir wollen wertschätzen, nicht be- bzw. verurteilen.

 

Pädagogik der Freiheit


Basis unserer Arbeit ist der Respekt vor dem Kind. Das klingt vielleicht selbstverständlich, ist es aber nicht. Wir sind alle durch unsere eigene Geschichte mehr oder weniger geprägt von Vorstellungen über und Erwartungen an Kinder, die ihrer wahren Natur nicht entsprechen.

Respektvoll mit Kindern umzugehen bedeutet für uns, sie als jeweils einzigartige Wesen zu verstehen. Wir glauben, dass jedem Menschen eine Seele von unschätzbarem Wert und ungeahnten Potenzialen innewohnt. Jedes Kind bringt von Geburt an seine ureigenen Lebensaufgaben und ganz individuelle Anlagen, Erfahrungen und Präferenzen mit, um diese Aufgaben zu meistern.

Um unseren Kindern einen erfüllten Lebensweg zu ermöglichen, müssen wir Erwachsene sie freilassen. Kinder sollen frei und selbstbestimmt wählen können, wie, wie lange, mit wem und womit sie sich beschäftigen. Indem sie sich ihrer Natur gemäß entfalten und bewegen, erlernen sie alles, was für ihr Leben wichtig ist. Indem sie täglich ihre Bedürfnisse mit denen anderer in Einklang bringen müssen, lernen sie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Wenn sie ihre Talente ausdrücken und erleben, dass sie kritisieren, verändern, gestalten und spontan sein können, entfalten sie ihr kreatives und soziales Potenzial.

Die LernbegleiterInnen haben die Aufgabe, eine materialreiche Umgebung zu schaffen, in der Kinder ihren aktuellen Lernbedürfnissen nachgehen können. Sie sind Vorbilder, unterstützen und geben Impulse, vermitteln persönliche Erfahrungen und Fähigkeiten, setzen Grenzen. Und sie sorgen für eine entspannte Atmosphäre, denn Schule bedeutet wörtlich „Muße, Besinnung“. Ja, Schule soll ein Ort sein, um sich zu besinnen!

 

Organisches Lernen


Organisches Lernen meint Lernen der menschlichen Natur gemäß. Bis zum Schulalter ist offensichtlich, dass Kinder sich nach einem inneren Plan entwickeln, Laufen, Sprechen, Bewegen lernen. Wir wollen sie in unserer Schule nicht von ihrem Plan abbringen. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, seinen eigenen Lernstil und –rhythmus zu finden. Kinder sollen ihren Interessen selbstbestimmt nachgehen können, denn Interesse ist die wichtigste Voraussetzung für nachhaltiges Lernen. Genauso fundamental ist, dass Kinder aus eigener Erfahrung lernen wollen. Indem sie alle Sinne einsetzen und im Grundschulalter vor allem ihre Hände einsetzen, findet wahres Begreifen statt. Spielerisch und bewegend entdecken sie die Welt, in der irgendwie alles mit allem zusammenhängt. Wir wollen Erfahrungsbereiche nicht unnatürlich trennen, sondern entdecken, wie die Dinge miteinander vernetzt sind.

Den Erfolg dieser Pädagogik kann man daran messen, wie oft und wie lange sich Kinder selbstmotiviert konzentrieren. „Polarisation der Aufmerksamkeit“ nannte Montessori den wunderbaren Zustand, wenn Kinder konzentriert versunken sind in einer selbst gestellten Lernaufgabe. Das ist natürlich!

Wir Pädagogen und Eltern haben dabei die Aufgabe, Vertrauen in das Selbstorgani-sationsprinzip jedes Kindes zu setzen und möglichst nicht direktiv zu sein. Die Fähigkeit, anteilnehmend zu beobachten, ist wichtig, um die Prozesse von Kindern verstehen zu lernen. Um ihnen beispielsweise zur rechten Zeit entsprechende, neue Erfahrungsfelder eröffnen zu können. Schließlich ist wichtig, zwischen authentischen Bedürfnissen und Ersatzbefriedigungen zu unterscheiden, damit sich Körper, Geist und Seele der Kinder im Einklang entwickeln können.

 

Schule mit offenen Türen

Wir glauben, dass eine Schule der Zukunft zunehmend mehr in die Gesellschaft integriert sein sollte. Wir wünschen uns, dass Kinder unmittelbar an wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozessen teilnehmen und von kompetenten Menschen verschiedenster Tätigkeitsfelder Impulse erhalten. Wir stellen uns vor, dass unsere Kinder in Gemeinschaftsaktivitäten einbezogen werden, damit sie sich von Anfang an als Teil der Gesellschaft sehen.

Wir streben also an, unsere Schule mit der lokalen Kultur sowie mit pädagogischen Einrichtungen zu vernetzen. Indem wir uns öffnen und offen sind, bereichern wir uns miteinander.