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Das Schuljahr begann mit bewährtem Team und ohne revolutionär veränderten Tagesablauf. Statt dessen brachte in der ersten Schulwoche ein anderes Ereignis Neugierde und Spannung in die Primaria: Die Einschulung der Erstklässler! Bei einer Feier mit den Eltern und Angehörigen wurden sie begrüßt und aufgenommen. Es gab Musik, Blumen, einen geschmückten Stuhl als symbolischen neuen Platz in der Schule und ein kleines Übergangs-Ritual, bei dem jedes Kind von seinen Eltern über eine „Schwelle“ getragen wurde. Herzlich willkommen! In den ersten Tagen stand natürlich das Erkunden aller Ecken der Schule, das gegenseitige Beschnuppern und Anfreunden und das vertraut werden mit dem Tagesablauf auf dem Programm.
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Im Zusammenhang mit der Einschulung stand auch unserneuer Termin für die Hüttenfahrt: statt im Frühjahr sind wir ja diesmal kurz nach den Sommerferien zusammen unterwegs gewesen. Dahinter steckte unsere Überlegung, dass das gemeinsame Wegfahren für eine Gruppe ein sehr verbindendes Element voller schöner und intensiver Erlebnisse ist und von daher gleich am Anfang des Schuljahres Sinn macht. Also sind wir Mitte Oktober zum zweiten Mal in diesem Jahr ins Strohlager auf der Erlenbacher Hütte gezogen. Diesmal ohne Zwischenstopp auf dem Jugendzeltplatz und ohne Gewitter und Niederschläge, allerdings auch ohne die sommerlichen Temperaturen. Die Wanderung dorthin durch den herbstlichen Wald war wunderschön und wurde oben mit dem Erfolg belohnt, sich das tollen Panorama und die Unterkunft diesmal selber erlaufen zu haben.
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Es war wieder toll, zu sehen, mit wie wenig „Bespaßung“ die Kinder auskommen und wie gut sie sich selber beschäftigen können. Ein Raum voll losem Stroh war über Tage die Attraktion. Daneben wurden Brägele verputzt und Schnitzel im Wald gejagt.Ein Highlight war das nächtliche Ausführen von ausgehöhlten Kürbissen und selbstgebauten Fackeln. Vor allem die Nächte waren geprägt von den Minusgraden und entsprechenden Gegenmaßnahmen, doch die Kinder ließen sich nicht abschrecken und bei heißem Frühstückskakao am Ofen der Gaststube waren Nase und Gemüt schnell wieder warm. Und am Ende der drei Tage gab es tatsächlich einige neue Freundschaften…
Schon im letzten Jahr waren die gemeinsamen Morgenkreise nicht nur Raum für die Infos des Tages und für Klärungen in der Gruppe, sondern auch mit einem kleinen thematischen Input von uns LBs verbunden. Seit diesem Schuljahr sind diese Inputs nun inhaltlich fest den einzelnen Wochentagen zugeordnet: Montags gibt es „kosmische Erziehung“ von Johannes. Das ist Montessoris Begriff für Sachkunde und heißt, dass im Morgenkreis zum Beispiel ein Experiment zum Luftdruck dargeboten wird oder in einem kleinen Tierquiz kuriose Fakten zur Fledermaus für Staunen sorgen. Dienstags gibt es Sannes Singkreis, der seinen Bogen von der schwäbschen Eisebahne bis zu indianischen Gesängen um die Welt spannt und dabei schon ebenso vielfältige Stimmungen und Tonlagen erzeugt hat. Mittwochs und donnerstags steht der Morgenkreis bei Steffi und Elisabeth im Zeichen von Mathe und Deutsch. Darunter darf man die unterschiedlichsten Formen verstehen, zum Beispiel ein Wortartenspiel oder Würfelbingo. Freitags schließlich wird, wenn wir nicht gerade ausfliegen, von Sanne eine mehr oder weniger berühmte Persönlichkeit vorgestellt. Oder wusstet ihr schon, welche Autorin hinter der „kleinen Hexe Lisbet“ steckt, die gerade auf dem Weihnachtsmarkt aufgeführt wurde?
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Jeden Donnerstag macht Johannes ein Angebot, dass Steffi irgendwann den „Experimente-Stammtisch“ getauft hat. Neben einigen Stammgästen finden sich aber auch jedes Mal andere Kinder mit unterschiedlichstem Interesse und Ausdauer ein, um eines der über 100 Experimente aus der Nawilino-Box auzuprobieren. Im letzten Frühjahr haben wir diese von der Pädagogischen Hochschule entwickelte Box bekommen und noch immer ist die Attraktivität der kleinen Versuche aus den Bereichen Luft, Wasser, Feuer, Erde, Kräfte und Trennverfahren ungebrochen. Mindestens als Zugucker über die Schulter war jedes Kind schon mehrmals dabei und oft werden die Kinder dabei zu eigenen Varianten oder Versuchen inspiriert.
(von Steffi) Es gibt zwei kleine Kurse, einen in Englisch und einen in Französisch. Im Englisch Kurs sind momentan einige Jungs aus der 3. Klasse. Wir haben anfangs verschiedene gängige Wörter und Sätze geübt im Gespräch miteinander, eine Geschichte selbst erfunden und Kindergedichte gehört. Seit einiger Zeit lesen wir jede Woche weiter im Buch ”Littlle Lord Fauntleroy”, ”Der kleine Lord” und schreiben einige Lernwörter auf. Im Französisch-Kurs sind mehr Kinder, von der ersten bis zur dritten Klasse. Wir lesen ein Buch von einem Jungen, der gern ein Ritter werden möchte, und hören paralell die CD dazu. Davor haben wir auch einfache Wörter und Sätze im Gespräch geprobt und Gedichte gelesen und abgeschrieben.
(von Annika) Seit Anfang des Schuljahres bietet Annika für die Primariakinder ein Musikangebot am Montag von 11 -12 Uhr an, das auch für interessierte Sekundariakinder offen ist. Mit neuen Instrumenten, die wir vom Konjunkturpaket kaufen konnten, lernen die Kinder dabei auch die Lieder zu begleiten - z.B. auf dem Xylophon oder den Klangstäben. Auch die Rasseln und Trommeln sind sehr beliebt. Gesungen werden den Kindern schon bekannte aber auch neue Lieder - vom Indianerlied bis zum Spaßlied, wie z.B. dem "Känguruhsong". Es zeigte sich schnell, dass sich bisher immer mehr oder weniger dieselben Kinder angesprochen fühlen, die dann auch sehr regelmäßig kommen. Im Moment üben wir für den Tag der offenen Tür zwei Lieder etwas gründlicher ein. Einige Kinder haben auch angefangen, sich ihre eigenen Liederbücher zusammenzustellen.
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Donnerstags nach der Saftpause öffnet der Bauwagen für Primaria und Sekundaria. Der Andrang war dort bislang von Woche zu Woche sehr unterschiedlich. Gleichzeitig kam der Wunsch von einigen Schülern auf, mehr als einmal in der Woche dort arbeiten zu können. Da wir LBs das in diesem Schuljahr nicht anbieten konnten, können Kinder neuerdings bei Johannes den „Bauwagen-Führerschein“ erlangen und damit auch ohne LB alleine oder in kleinen Gruppen in der Holzwerkstatt werkeln. Zunächst ist das erst ab der dritten Klasse möglich, und neben mehreren „Sekus“ haben einige der Drittklässler diesen Führerschein auch schon gemacht und genutzt. Die ersten Erfahrungen sind gut und zeigen viel Verantwortungsbewusstsein bei den Kindern. Für das Atelier und den Musikraum gibt es nun ähnliche Regelungen.
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Damit uns die Ausflüge angesichts der immer größer werdenden Anzahl und Altersspanne der Kinder nicht „über den Kopf wachsen“, sind die Ausflüge ja ab diesem Schuljahr in Primaria und Sekundaria aufgeteilt. Das brachte mit sich, dass die Ausflüge nur noch vierzehntägig und verpflichtend organisiert werden können. Die Primaria-Kinder haben diese Neuerungen gut aufgenommen und die Ausflüge verlaufen in entspannter Stimmung. Im Herbst wollten wir so oft wie möglich mit den Kindern raus, bevor sich im Winter neben einigen Schnee-Ausflügen eher Drinnen-Ziele anbieten. Nachdem wir mit Total-Nebel auf dem Schauinsland und Dauerregen auf der Nussmaus-Suche jedoch zweimal hintereinander Wetter-Pech hatten, war die Natur-Motivation bei den Kindern aber ein bisschen geknickt. Klettern und Schwimmen in den entsprechenden Hallen waren da ein versöhnliches Programm und nun sind wir gespannt, was der Winter uns so bieten wird, wenn wir freitags mit ausfliegen dran sind.
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Die wöchentliche Stammgruppenzeit, in der sich alle Kinder mit ihrem LB für eine halbe Stunde treffen, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Kochen, Basteln, Vorlesen, Spielen, Rätseln, Sport… das Programm ist bunt gemischt und resultiert aus LB-Ideen wie aus Kinder-Wünschen. Nachdem wir bei Euch Eltern zu Beginn des Schuljahres für die Geburtstags-Bücher geworben haben, konnten wir in den letzten Monaten viele Geburtstage mit dem Montessori- Ritual feiern, wie es im Elternleitfaden beschrieben ist. Es ist immer wieder faszinierend, wie groß die Aufmerksamkeit und das Interesse für diese ganz persönlichen Biographien der Kinder sind und wie stolz und verbunden die Geburtstagskinder mit ihrer Geschichte sind. In seiner Ausführlichkeit und bei so vielen Geburtstagen hat das Ritual jedoch den Rahmen unserer Morgenkreise überfordert und ist mittlerweile in die Stammgruppen verlegt worden, wo es von den Kindern ebenso gut aufgenommen wird.
(von Sanne) Mit insgesamt 15 Kindern zwischen sechs und neun Jahren inklusive einem Jungen, der sich von der Übermacht der weiblichen Hexen nicht abschrecken ließ, arbeiteten wir an dem Stück „Die kleine Hexe feiert Weihnachten“, das am Weihnachtsmarkt aufgeführt wurde. Zugrunde lag das Bilderbuch von Lieve Baeten, das wir gemeinsam ausgewählt haben. Aufgrund der kurzen Zeit bis zur Aufführung waren wir schon alle auch unter Druck, aber die Kinder haben sich jedesmal sehr auf die Proben gefreut und ließen sich durch den Zeitdruck nicht verunsichern. Es zeigte sich bei manchen Kindern schon eine gewisse Routine durch die Erfahrung, die schon bei anderen Aufführungen gemacht wurde. Dank der Mitarbeit der Eltern an den Kostümen (echt toll!!!Vielen dank!!!) entstand ein kleines, aber feines Stück.
Birne ist eine Glühbirne mit Superkräften und die Heldin der gleichnamigen Mitmach- Geschichte, an der die meisten der Drittklässler teilnehmen. Jeden Montag liest Johannes einen weiteren Teil der Geschichte vor, bei der Birne als blinder Passagier in einer Rakete in den Weltraum fliegt und dort bei einem Unfall aktiv wird, um den Astronauten zu retten. Anschließend gibt es dann immer ein rätselhaftes Arbeitsblatt. Um herauszubekommen, was genau im Weltraum passiert, müssen die Kinder lesen, schreiben, Tabellen ausfüllen und viel Logik einsetzen - eine beliebte Herausforderung, an die einige lauthals im Grüppchen, andere still für sich herangehen. In den nächsten Wochen werden die Kinder das Einführen und Kontrollieren einiger Arbeitsblätter selbst übernehmen und bis die Rakete wieder sicher gelandet ist, sind noch einige Abenteuer zu bestehen…
Bildergeschichten mit leeren Sprechblasen als Schreibanlass - eine simple, aber geniale Idee eines Schulbuchverlags. Während anfangs nur einzelne Kinder diese Geschichten bearbeitet haben, gab es bald einen regelrechten Autoren-Boom, und einige Kinder haben sich davon auch zu eigenen Comics inspirieren lassen. Doch bevor das Material erschöpft war, ist die Nachfrage auch wieder geschwunden und nach wie vor lassen sich in diesem Schuljahr noch keine großen Wogen ausmachen, die die ganze Primaria über Wochen beschäftigen wie etwas die Fix-Briefe oder die Laden- und Bank-Spiele im letzten Schuljahr. Statt dessen ist jeder alleine oder in festen wie wechselnden Grüppchen unterwegs und ständig steckt in jeder Ecke eine andere Aktivität, rege Betriebsamkeit also wie immer, nur ohne ausgemachten Trend.
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Seit neuestem macht Anita - durch ihre Ausbildung in Psychomotorik eine Fachfrau - für die Primaria wöchentlich ein Angebot im Bewegungsraum, bei dem es spielerisch um Bewegung, Koordination und Kooperation geht. Die Nachfrage war sofort so groß, dass die Gruppe in zwei Hälften geteilt werden musste. Ein vielversprechender Anfang!
Jetzt im Advent treten die üblichen Morgenkreise zugunsten eines spannenden Adventskalenders kürzer: Der Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln heißt „Drei Engel für den Weihnachtsmann“. Jeden Tag werden neue zugeklebte Seiten aufgetrennt und ganz Krimistilecht steigt die Spannung in der Geschichte immer mehr…
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Neue Angebote und Projekte stehen schon in den Startlöchern. Nach der Aufführung der Theatergruppe wird Sanne nun ein Yoga-Angebot machen. Viele Neuerungen brachte und bringt auch eine Auswirkung der globalen Wirtschaftskrise mit sich: Die Bundesregierung hat ein Konjunkturpaket aufgelegt, aus dem wir als Privatschule 13.000 Euro zweckgebunden für Unterrichtsmaterial bewilligt bekommen haben. In den letzen Monaten haben wir LBs also fleißig Kataloge gewälzt und Angebote eingeholt und der Paketmann von der Post platzte häufig in den Morgenkreis der Primaria. Letzte Woche meinte dann ein Spediteur lässig „Ich hab da ne Palette für Euch“… 64 kg Montessori-Material, und die zweite Hälfte der Lieferung steht noch aus. Da werden also die Regale und Darbietungen in der Primaria noch mal ordentlich aufgewertet werden. Weitere Anschaffungen, die neue Angebote ermöglichen werden, sind: Matten und Klettergriffe für den Bewegungsraum, eine Video-Kamera, eine Schuldruckerei, Musikinstrumente und Bücher.
Ansonsten wird in den kommenden Monaten für uns und die Kinder wieder stärker das Thema „Übergang in die Sekundaria“ in den Fokus kommen. Nachdem sich nun die neuen Erstklässler eingelebt haben, beginnt für die Drittklässler bald das letzte Halbjahr in der Primaria. Was sollte ich in dieser Zeit an Kulturtechniken erworben haben? Was davon kann ich schon, was gehe ich noch mal gezielt an? Und wie möchte ich meine Projektarbeit gestalten? Welches Thema liegt mir? Schreibe ich ein Heft oder halte ich ein Referat? In Angeboten, Kreisen und Beratungsgesprächen werden uns diese Fragen allmählich zunehmend beschäftigen, um einen stressfreien Übergang anzubahnen. Außerdem wird es vielleicht auch regelmäßig einen Erstklässlerkreis geben, in dem wir verschiedene Materialien aus den Bereichen Lesen/schreiben, Mathematik und kosmische Erziehung vorstellen.