Der Alltag in der Primaria (1-3 Jgst.):







Bilder von oben nach unten:
-In der Freinet-Druckwerkstatt
-Schreiben
-Nähen
-Montessori: Rechnen mit dem Lochbrett
-Ausflug in die Hinterzartener Winterlandschaft
-Schreiben

Aktuell sind wir 27 Kinder und täglich mindestens 3 Erwachsene in der Primaria. Erst-bis DrittklässlerInnen tummeln sich hier gemeinsam...Es gibt in unserer Stufe eine FSJlerin, die uns tatkräftig unterstützt und immer mal wieder PraktikantInnen, die sich für unsere Schulform interessieren.

Unsere Montessoriräume

?In unseren 2 Montessoriräumen halten sich die meisten der Kinder und 3 LernbegleiterInnen während den Freiarbeitsblöcken auf. (8:20-10 Uhr und 11:30-13:05 Uhr). Ein paar Kinder findet man in dieser Zeit auch in Holzwerkstatt, Küche oder Atelier, wenn sie dafür den Führerschein absolviert haben.

Es findet hier täglich um 8:20 ein Morgenkreis statt. Danach beginnt für alle Kinder eine 15-minütige „Schreibzeit“ in der an ganz individuellen Schreibe- und Leseübungen gearbeitet werden kann. Nach der Schreibzeit gibt es Angebote, im Wechsel von allen drei LernbegleiterInnen in allen Bereichen: Mathe, Sprache, Kosmos. Kein Bereich kommt hier zu kurz. Die Angebote sind freiwillig. Wenn ein Kind nicht am Angebot teilnimmt, sucht es sich eine andere Beschäftigung im Raum. Die Kinder arbeiten liegend, sitzend auf dem Boden oder am Tisch, allein oder in Gruppen und können sich dabei frei im Raum bewegen. Unser Gong kann von jedem geschlagen werden, dem es zu laut ist. Er ist unser Signal für: „Bitte leiser weiterarbeiten“. Am Ende des Tages findet hier auch unser Abschlusskreis statt, nachdem die Kinder, die wollen, ihre Werke, Geschichten etc. des Tages vorgestellt haben. Hier proben schon die kleinen Kinder, wie es ist, eigene Produkte zu präsentieren und die von anderen wertzuschätzen.

Die zwei Räume sind klar strukturiert. Es gibt eine Kosmosecke für den Bereich der kosmischen Erziehung, eine Matheecke, eine Sprachecke, einen Kreativtisch und eine Versammlungsecke. Im Sprachraum befindet sich auch eine reichhaltige Bibliothek für alle Lesestufen und mit den unterschiedlichsten Themen, die rege genutzt wird.

Primaria-Küche?

Hier frühstücken die Primaria-Kinder in der Zeit zwischen zehn und halb zwölf. Es gibt leckeren Bio- Saft. (Ab zehn ziehen sich die LernbegleiterInnen für eine halbstündige Pause zurück). Davor steht in den Montssoriräumen Obst zur Verfügung für den kleinen Hunger. Während der Freiarbeitszeit darf hier auch gekocht werden, selbstständig mit dem sogenannten Küchenführerschein, den Kinder, sobald sie ein Rezept lesen können und selbständig für ihr Gericht einkaufen können, absolvieren können. Außerdem finden immer wieder Kochangebote statt. Da werden dann Waffeln gebacken, ganze Gerichte kreiert, Plätzchen und Gemüsemuffins gebacken......, passende Rezepte geschrieben, Platzkärtchen geschrieben für das gemeinsame Essen. Ein vielseitiges Angebot mit vielen Lernfeldern...

Weitere Räume?

Für die gesamte Schule gibt es zudem eine Holzwerkstatt, ein Kunstatelier, einen Musikraum und einen Bewegungsraum inklusive Kletterwand. Unser Außengelände bietet viele Bewegungsmöglichkeiten sowie einen kleinen Schulgarten.

Was läuft die Woche über?

Die Wochen verlaufen sehr unterschiedlich und folgen doch einer klaren Struktur. Die Schule ist ab 7:45 Uhr geöffnet und um 8:20 Uhr beginnen wir mit einem Morgenkreis, welcher dazu dient, festzustellen, wer da ist, wer fehlt und welche Angebote es an diesem Tag gibt. Bei Bedarf findet auch mal eine Versammlung statt zu einem bestimmten Thema. Nach dem Morgenkreis entscheiden sich die Kinder, was sie sich für die Freiarbeitszeit vornehmen. Es gibt ein Angebot von einem/einer Lernbegleiter/in (LB), in dem z.B. ein Montessorimaterial vorgestellt wird. In Mathematik können das z.B. die Grundrechenarten mit dem Lochbrett sein, in Sprache das Kennenlernen verschiedener Wortarten mithilfe eines bunten Bauernhofs und in kosmischer Erziehung eine Darbietung mit der Kontinentekiste, in der die Kinder u.a. erfahren können, welche Tiere auf welchem Kontinent vorkommen. Im Anschluss an die Darbietung wird mit dem Material geübt. Die meisten Montessorimaterialien vermitteln eine Vielzahl von Wissen, Fertigkeiten...usw. Und es kann ein Schuljahr vergehen und das Kind kennt noch lange nicht alles zur Verfügung stehende Material, so reichhaltig ausgestattet ist die Lernumgebung für das Kind. Die Kinder, die in dieser Freiarbeitszeit nicht an einem Angebot teilnehmen, beschäftigen sich mit ihren eigenen Projekten und Aktivitäten. Das wird individuell begleitet. Und es gibt meist gute Gründe, wenn sich die Kinder gegen das Angebot und für ein eigenes Projekt entscheiden. Um zehn ist dann Vesperpause für alle. Die LBs ziehen sich zur Pause zurück und die Kinder, die wollen, gehen raus und/oder vespern.

Ab halb elf geht es ab in die Werkstätten/offenen Angebote für die Kinder, die wollen. Hier treffen sich manchmal auch Kinder aus verschiedenen Stufen. Die Werkstätten sind an unterschiedlichen Tagen geöffnet. So ist mal das Kunstatelier geöffnet, mal die Holzwerkstatt, ab und zu wird gedruckt, es gibt ab und zu ein Yogaangebot für die Kleinen, ein Kochangebot gibt es auch, die Möglichkeit ein eigenes Gartenbeet zu pflegen. Regelmäßig wird textiles Werken angeboten, da wird genäht, gestickt, gestrickt, geklebt...., die Turnhalle in Zarten steht uns regelmäßig zur Verfügung. Manche Werkstätten/Angebote dauern bis halb zwölf, manche ragen auch in den dritten Block hinein, wo wir uns wieder in den Räumlichkeiten treffen zu einer neuen Freiarbeitszeit. Manchmal findet auch dort ein Angebot, meist im Montessoribereich statt, ansonsten verfolgen die Kinder ihre eigenen Projekte.

Ab halb eins wird langsam aufgeräumt und kurz vor eins treffen wir uns alle in den Schlusskreisen. Manche Kinder können und wollen meist sehr nachdrücklich zeigen oder erzählen, was sie den Tag über gemacht haben. Da finden die Kinder Wertschätzung für ihr Tun und lernen ganz nebenbei, sich vor einer Gruppe zu zeigen und etwas zu präsentieren. Im großen Kreis verabschieden wir uns dann mit einem gemeinsamen Lied, Spiel oder einer Geschichte in den Nachmittag, den die Kinder in der Nachmittagsbetreuung oder zuhause verbringen. Regelmäßig gibt es ein Vorleseangebot, das schon auch mal von einem der Kinder übernommen wird.. Überhaupt kommt es immer mal wieder vor, dass Kinder eigene Angebote machen, das kann zum Beispiel das Thema "Frösche" sein, das zu umfangreich ist, um es nur in den Abschlusskreisen vorzustellen oder ein Kind bringt eine Bastelidee mit und teilt diese mit anderen interessierten Kindern. Wunderbar ist es, wenn wir auch ab uns zu Eltern mit ihren besonderen Fähigkeiten zu einem Angebot begrüßen dürfen. So kommt es vor, dass eine Mutter in der kalten Jahreszeit Bronchialsalbe mit selbstgestochener Spitzwegerichwurzel mit den Kindern herstellt oder ein muslimischer Vater von seiner Religion erzählt.

Geburtstage werden gefeiert mit einem wunderschönen Montessorijahreskreisritual, in dem das Geburtstagskind die geladenen Kinder mit mitgebrachten Leckereien und einem schön gestalteten Fotogeburtstagsbuch überrascht.

In der Primaria betreut jede/r LB 6 - 8 Kinder als Mentor/in. Die Lehrkraft führt mit diesen Kindern regelmäßige Gespräche und ist auch in regem Austausch mit den dazugehörigen Eltern. Außerdem schreibt und gestaltet jede/r LB für seine/ihre Kinder das Zeugnis am Ende eines Schuljahres.

Erdkindertag

Der Donnerstag ist ein besonderer Tag, denn dann geht es hinaus in den Wald oder auf das Feld des Lebensgartens.

An den Waldtagen sind wir meist auf der Burg Wiesneck. Auf dem Weg zur Burg entdecken wir zum Beispiel eine Spur, der wir folgen und die uns zu einem leckeren Schatz führt, und später können die Kinder dort Fährten legen und finden. Ein anderes Mal üben die Kinder ein Feuer zu machen, indem sie nur ein! Streichholz verwenden dürfen. Auch ohne Streichholz mit dem Feuerbohrer dürfen die Kinder üben.

Immer wieder beobachten die Kinder die Natur, wir hören in den Wald hinein oder machen naturpädagogische Spiele: Waldmemorys, Käferfangen (keine echten!), Handflächenfangen, Ballmuster, ...

Mehrmals im Jahr gehen wir auf den Häuslemaierhof, dort können wir unterschiedliche Tiere streicheln, erfahren, wie man mit ihnen umgeht und was sie brauchen. Im Herbst können wir Äpfel ernten und sie dann zu Apfelsaft pressen –lecker. Ein anderes Mal können wir ganz praktisch einiges zum Thema Schaf und Wolle erfahren.

Im Lebensgarten sind wir oft. Wir feiern Erntedank und gestalten einen schönen Dankes- Altar. Auf den regelmäßigen Feldspaziergängen sehen wir, wie sich alles auf dem Feld entwickelt und im Laufe der Jahreszeiten verändert. Die Tage beginnen wir oft am wärmenden Lagerfeuer. In den stürmischen und nassen Wintertagen bleiben wir meistens in der Schule. Dort machen wir z. B. Sauerkraut. An schönen Wintertagen gehen wir Schlitten- und Skifahren.

Im Frühling werden die aus Samen selbst gezogenen Pflänzchen eingesetzt und dann wird unser eigenes Gemüse natürlich auch geerntet: Erdbeeren, Radieschen, Erbsen, Salat, ...

Am Freitag

ist unser Ausflugs- Projekt- und Thementag. Da werden alle Angebote zu einem bestimmen Thema gestaltet. Meist sind es Themen die aktuell für die Kinder wichtig sind oder eine besondere Bedeutung für uns alle haben. Passend dazu fliegen wir dann immer wieder aus um ein Museum besuchen, eine Stadtrallye zu machen, die Gegend zu erkunden, oder auch Abenteuer zu erleben, gemeinsam ins Schwimmbad oder auf die Schlittschuhbahn...eine wunderbare Art, die Kinder auch mal anders kennenzulernen.