Die Sekundaria

Die Sekundaria der Freien Schule Dreisamtal ist im 1. Obergeschoss des Gebäudes beheimatet. Für 24 Kinder stehen uns unser „Montiraum“, der „Dolmetscherraum“  und der „Orangene Salon“ zur Verfügung, außerdem die Küche und eine Garderobe. Auf unserem Stockwerk befindet sich auch der Bewegungsraum, der für alle SchülerInnen der Schule zu bestimmten Angeboten oder auch frei im zweiten Block zur Verfügung steht und mit Matten und einer Kletterwand ausgestattet ist. Die meiste Zeit sind wir im „Montiraum“, der, wie sein Name schon sagt, mit reichlich Montessori-Material ausgestattet ist. Dort findet die Freiarbeit statt.
An den Wänden stehen Regale für die Themen „TechnikerIn“, „NaturfreundIn“, „WeltenbummlerIn“, „ZahlenexpertIn“, „KünstlerIn“, „Pfiffikus“, „DemokratIn“, und „SchriftstellerIn“. Jedes Themenregal ist ausgestattet mit Montessori- und anderem Lernmaterial. Jedem Thema ist eine Farbe zugeordnet und jeder Gegenstand eines Regals hat einen Markierungspunkt der gleichen Farbe. In den Ordnern der Schüler bilden Trennblätter in den entsprechenden Farben die Struktur der Regale ab. Außerdem gibt es eine Leseecke mit Sachbüchern zu vielen Themen. Im Raum befinden sich unterschiedliche, frei wählbare  Arbeitsplätze für die SchülerInnen, sowie ein runder Teppich für Versammlungen oder als Arbeitsplatz auf dem Boden. Feste Sitzplätze gibt es bei uns ganz bewusst nicht um das Leben und Lernen im Raum dynamisch zu halten. An einem Fenster steht ein Schreibtisch für Kalligraphie, an einem anderen Fenster ein Tisch für Experimente, dazu zwei Computerarbeitsplätze. An einer Wand hängt eine große Weltkarte.
In der Garderobe hat jedes Kind ein Fach für seine Utensilien und einen Platz für seinen Ordner.
Im „Dolmetscherraum“ ist das Freiarbeitsmaterial für Englisch und Französisch, er dient aber auch als Lesraum für die Jugendliteratur, die im Flur untergebracht ist.
Im „Orangenen Salon“ finden hauptsächlich feste Angebote und Kurse statt.


Tagesstruktur
Morgenkreis
Zwischen 7.45 Uhr und 8. 15 Uhr trudeln die Schüler ein. Manche kommen mit Bus, manche mit Bahn, manche werden gefahren, manche kommen zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad. Diejenigen, die früher kommen, genießen oft die Stille am Morgen und gleiten langsam in den Tag. Wer später kommt, springt in den neuen Tag. Um 8.20 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Start im Morgenkreis. Wir Erwachsene sagen dort an, was es Besonderes gibt für diesen Tag, stellen Angebote vor, fragen nach, ob jemand Unterstützung braucht und bringen immer etwas mit: Ein Lied, ein Gedicht, eine Darbietung mit Material, eine Geschichte.....

1. Block
Dann geht die erste Freiarbeitsphase bis 10 Uhr los. Wer möchte, kann nach 10 Uhr  natürlich  im großen Raum bleiben, Dinge fortführen oder neue beginnen, oder er/sie kann Angebote an anderen Orten wahrnehmen.

2. Block: Angebotsblock
Der zweite Zeitabschnitt von 10.30 – 11.30 (oder je nach Angebot auch bis 12.30 Uhr,) bietet täglich wechselnde Angebote. So gibt es Theaterkurse und mehrere Bands, es wird gekocht, genäht, gewerkelt und im Atelier gemalt, gedruckt, gebastelt, in der Holzwerkstatt gebaut, in der Elektrowerkstatt  geschafft. Auch Französisch gibt es und ein zusätzliches Englischangebot. Die Kinder können sich aber auch entscheiden draußen zu spielen und um 11.30 Uhr wieder in den Monti-Raum zu kommen.

3. Block
Um 11.30 Uhr beginnt die zweite Freiarbeitszeit, das heißt, die Kinder, die nicht gerade in anderen Angeboten sind, kommen in den Raum und beginnen wieder ihre selbstgewählte Arbeit. Um 12.30 Uhr kommen alle Kinder  zurück in den Montessori-Raum. Jedes Kind und dokumentiert im eigenen „Lerntagebuch“, was es heute in der Freiarbeit gemacht hat, oder was es sich vornimmt für den nächsten Tag. Um  13.10 Uhr gehen die einen nach Hause, einige bleiben noch bis 15.30 Uhr in der Nachmittagsbetreuung.

Freiarbeit
Wie sieht das aus, wenn jeder wählt, woran er arbeiten will, womit, wie lange und mit wem? Bunt, vielfältig, lebendig und spannend. Die Kinder wählen sich eine Arbeit aus den verschiedenen oben genannten  Bereichen und arbeiten oft kontinuierlich an einer Sache. Hier ein aktueller Ausschnitt der Tätigkeiten, die zur Zeit gefragt sind (Stand Oktober 2011):
Ihren mathematischen Geist schulen manche mit Montessori-Material, z.B. arbeiten sie mit der Bruchrechenkartei und den Bruchrechenkreisen, mit dem Dezimalbruchrechenkasten., dem Multiplikationsschachbrett, der großen Apotheke zur Division oder dem Gleichungsrahmen. Oder sie nehmen sich Murmeln und Lochbrett, Markenspiel oder Rechenrahmen, um zu rechnen. Andere ziehen Arbeitsblätter oder Arbeitshefte vor und arbeiten schriftlich einen Kurs durch. Auch für Geometrie gibt es schriftliche Kurse: für die Arbeit mit dem Geoboard, für die Konstruktion mit Zirkel und Geodreieck und für die Flächenberechnung. Jeder und jede arbeitet in seinem Tempo an dem Thema, das er sich gewählt hat, bei manchen sind es auch mehrere.
 
Wer sich im „Pfiffikus“-Regal bedient, muss Frust aushalten können, denn hier wird heftig geknobelt. Tangram-Aufgaben, Streichholzrätsel, Denkspiele aus der Reihe „Think Fun“, Magic Mirror oder Schach fordern logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen heraus. Zur schriftlichen Bearbeitung gibt es hier „Logicals“, „Logik-Training“ und einen Schach-Kurs.

Im „Schriftsteller“-Regal stehen die Kästen zur Wortartenarbeit und zum Satzbau. Ihr orthographisches Verständnis vertiefen einige mit dem „Sprachforscher“ von Falko Peschel, andere machen eines der Laufdiktate oder spielen Wörter-Mix und schlagen viele Wörter in den Wörterbüchern nach. Auch Arbeitsblätter gibt es zu verschiedenen Themen wie „Bericht schreiben“ oder zu speziellen Rechtschreibfragen.  Einige üben an ihrer Schrift. Manche sitzen am PC und fügen Selbstgeschriebenes in ein Layout-Programm, oder üben 10-Finger schreiben. Manche schreiben von Hand, mit Bleistift, Füller oder am Kalligraphie-Tisch mit Tusche und Feder. In rasender Geschwindigkeit füllen sich die Sprechblasen eines Comic-Kurses, es entstehen selbstgeschriebene Geschichten.

Aus dem „Weltenbummler“-Regal sind die Montessori-Landkarten-Puzzles besonders beliebt. Einige verwenden sie zusammen mit Atlanten und Flaggenbüchern für eigene Projekte. Einige arbeiten an einem schriftlichen Geographie-Kurs über Europa. Gelegentlich wird „Weltreise“ gespielt. Viele Kinder arbeiten an selbstgewählten Projekten zu einem Thema, zum Beispiel an einem Referat über Wiesel, Wale, Quallen oder Japan. dafür wird in Büchern und im Internet geforscht, Informationen zusammengetragen, liebevoll werden Hefte und Plakate gestaltet und die Projekte stolz vorgestellt.

Die LernbegleiterInnen gehen zwischen den Kindern umher, machen Darbietungen zur Materialanwendung und kommen, wenn die Kinder Hilfe brauchen.
Kurse
Während der Freiarbeit finden auch einige fortlaufende Kurse statt. Zweimal in der Woche gibt es einen Englisch-Kurs, das einzige verpflichtende Angebot. Es gibt derzeit ein Schreibkunstangebot und ein Büchercafé.

Angebote
Wie schon oben erwähnt bietet der zweite Zeitabschnitt von 10.30 – 11.30 (oder je nach Angebot auch bis 12.30 Uhr) täglich wechselnde Angebote, die zum Teil auch stufenübergreifend sind:
Verschiedene Werkstätten und Atelier
Theater und Improtheater
Nähwerkstatt
Biologieangebot
Chor
Französisch
Englisch (Native speaker)
Chemie
Frisbeesport
Insgesamt fünf kleinere Bands
Yoga
Kochen
Elektrowerkstatt
Schulgarten
Zeit für eigene Projekte....
Versammlung
Alle zwei Wochen werden in der Versammlung die Belange von SchülernInnen und Lernbegleitern besprochen. Regeln werden diskutiert, Aktivitäten besprochen, Meinungen ausgetauscht. Die Versammlung wird auch von SchülerInnen geleitet.

Ausflüge
Alle zwei Wochen findet am Mittwoch ein Ausflug zu verschiedenen Themen statt. Manche Ausflüge sind  „Spaß“- Ausflüge, die eigentlich Sportausflüge sind, andere sind „Bildungsausflüge“, wie z.B. ins Museum oder in einen Betrieb.
Hausaufgaben
Wer möchte, kann bei uns Hausaufgaben in den Bereichen „Schriftsteller“, „Dolmetscher“ und „Zahlenkünstler“ bestellen. Einige SchülerInnen nehmen das in Anspruch.

Begleitung
Neben der Begleitung im Alltag führen die Erwachsenen mit ihren „Mentorenkindern“ regelmäßige Kindergespräche, in denen es darum geht, wie es dem Kind in der Schule geht. Über den lernprozess wird gemeinsam reflektiert und es werden neue Ziele zu besprochen.






Bild 1+2: Kosmische Erziehung: Pflanzen
Bild 3: Mathematik: Multiplikation mit dem Schachbrett
Bild 4: Freiarbeit